OK, das nächste mal kaufen wir eine Vignette und fahren über die Autobahn! Unser Weg von den Vogesen in die Schweiz führt nur über Landstraßen und bietet eine Menge zeitraubende Ortsdurchfahrten. Kein Wunder, dass sich die Fahrt bis in die späten Abendstunden hingezogen hat. Das Wetter ist immer noch recht ungemütlich, da kommt Hinweis auf den Campingplatz Aareschlucht gerade recht. Viel weiter hätten wir auch nicht fahren können, denn der Grimselpass ist wegen starkem Schneefall bis auf weiteres gesperrt.

Am nächsten Morgen scheint wieder die Sonne und der Grimselpass ist weiterhin gesperrt. Wie lautet der Name vom Campingplatz? Aareschlucht! Und die befindet sich fast in Sichtweite von unserem Stellplatz. Also geben wir dem Winterdienst auf dem Grimselpass noch etwas Zeit und schauen uns heute Vormittag die 1400 Meter lange Aareschlucht an.

Das Flüsschen Aare hat sich über zehntausende Jahre bis zu 200 Meter tief in den Kalkstein gefressen. An der schmalsten Stelle sind von Fels zu Fels nur 2 Meter Platz. Damit Besucher dieses Naturschauspiel erleben können, wurden Tunnel und Stege angelegt.

Am Osteingang zahlen wir 10 CHF pro Nase und tippeln los. Wer dengleichen Weg nicht wieder zurück laufen möchte, kann mit dem Zug bis zum Ausgangspunkt zurückfahren, denn die Bahnstrecke führt in einem Tunnel um die Schlucht. Die Eintrittskarte gilt auch als Fahrkarte.

Wir erkunden die Schlucht in beiden Richtungen, denn immer wieder entdecken wir neue Fotomotive. Vom Westeingang ist der Weg auch für Rollstühle und Kinderwagen geeignet. Eine gute Sache, wenn nicht der nachträglich aufgebrachte Betonboden die lichte Höhe in den Tunneln auf äusserst schmerzhafte 184 cm reduzieren würde.

Nach gut zwei Stunden sind wir wieder am roten Bus, fahren ein paar Kilometer und brutzeln uns dann ein leckeres Mittagessen. Im Radio hören wir, dass der Grimselpass wieder befahrbar ist. Also auf zum nächsten Ziel.