Letztes Jahr standen wir mit unserem roten Bus auf dem Stellplatz ‚Osalla Beach Garden‘. Um den Strand zu erreichen konnten wir die Lagune über eine Fussgängerbrücke überqueren. Unter den Pinien am Strand standen einige Camper, allerdings war mir nicht klar, wie die dahin gekommen sind.

Ein Jahr später weiß ich es 😀 und der Zufahrtsdamm zum ‚Spaggi su Barone‘ liegt vor uns. Der ist für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrt und der Eintritt scheint momentan frei zu sein, denn das Kassenhäuschen ist verriegelt und verrammelt. Wir tasten uns vorsichtig an der Lagune entlang, über eine kleine Holzbrücke und schon stehen wir unter Pinienbäumen am Strand! Ein toller Anblick und für uns ein famoser Moment. Die Sonne scheint, es ziehen dunkle Wolken über uns, gelegentlich kommt ein Schauer nieder, dann wieder voll die Sonne – so lässt es sich gut aushalten.

Wir sitzen im Bus, weil ein heftiger Wind weht und würden (verbotenerweise) glatt über Nacht hier stehen bleiben, aber unser Potti ist schon auf Alarmstufe rot! Darum kurven wir mit unserm Bus den Strand entlang zum zweiten Übergang, um den Stellplatz vom letzten Jahr anzusteuern. Doch das Tor ist geschlossen, kein Betrieb mehr! Schei…benkleister. Wohin nun?

Letzte Nacht auf Sardinien

Es gibt in 15 – 20 km Entfernung verschiedene C-Plätze, von: boah teuer! über: echt soviel! bis: nicht ganz sooo teuer. Den nehmen wir! Als wir einchecken ist es schon fast dunkel und wir suchen uns zwischen den dicht stehende Bäume einen Platz. Bis auf die Rezeption und Sanitäranlagen ist alles geschlossen. Aber uns reicht das völlig, denn es ist ja eigentlich nur ein Entsorgungsplatz für uns. Das wird auch sofort erledigt, Potti leer, Wasser voll – check!

Angesichts der vielen Geräusche lauscht Frau angespannt – keine Sorge, es kommt keiner, um uns zu verjagen, wir dürfen hier stehen, wir bezahlen sogar dafür!  Gute Nacht.

Überraschung am Morgen

Unter den Bäumen haben wir keine Sonne, obwohl der Himmel blau zu sehen ist. Dafür hören wir Leute werkeln, vermutlich das Personal, das alles winterfest herrichtet.

Pustekuchen! Beim Öffnen der Schiebetür gucken uns ein paar Menschen neugierig an, die sitzen vor der GEÖFFNETEN Bar, trinken Kaffee, lesen Zeitung, unterhalten sich… Na super, das sah gestern Abend ganz anders aus. Jetzt sind wir hier wie auf dem Präsentierteller und unterhalten die Cafebesucher!

Während wir das Bett umbauen und alles für den Tag herrichten, fragt Frau, ob wir zum Frühstücken vielleicht woanders hin fahren wollen? Ja klar, wieder an den Lagunenstrand von gestern, da scheint jetzt die Sonne, es ist ohne viel Publikum und unterwegs holen wir noch Brötchen.

Halb zehn auf Sardinien und wir frühstücken! Am Strand, alleine, mit Brötchen, Kaffee und Ei… (also Rüherei, beim Anpieken ist eins zerbrochen) in der Sonne. Naja, überwiegend, zwischendurch tröpfelt es mal aus einer Wolke, der Wind frischt auf, aber wir können draußen bleiben! Irgendwann sind die Wolken weg, die Sonne brutzelt, Kurze-Hosen-Wetter eben. Den heutigen Tag verbummeln wir hier, brauchen die Vorräte auf und fahren zeitig zur Fähre.

Fähre von Golfo Aranci

Um 19 Uhr sind wir in ‚Golfo Aranci‘, aber ich möchte noch nicht auf’s Schiff, denn dann müssten wir nach ganz unten ins Untergeschoss! Also stehen wir oberhalb vom Bahnhof und schauen mit dem Fernglas dem Verladen der Autos zu. Irgendwann ist die Ladeluke für unten zu, nun können wir einchecken. Das geht auch ganz fix, kurz Temperatur messen, durchwinken bis nach vorne, sofort auf’s Schiff – in die Ebene 3! Yeah, das passt. Gerade wie bei der Hinfahrt, nah am Treppenaufgang und morgen wahrscheinlich mit als erste von Bord. Wir gehen auf die Kabine, schauen die Ausfahrt durch’s Fenster an und vergleichen die Lichter der Küstenlinie mit der Karte auf dem  i-Pad: „Sind wir echt schon hier? Das kann man alles noch sehen? War der Leuchturm auf der Hinreise auch da? Wo fährt das andere beleuchtete Schiff hin?“

Nebenbei verputzen wir den letzten sardischen Käse. So vergeht die Zeit, ein letzter Blick auf Sardinien, dann ist Bettzeit. Chiao!

Heimfahrt

Es regnet in ‚Livorno‘, wir sind wach, angezogen, haben einen kleinen Joghurt gefrühstückt und warten auf die Ansage, das die Passagiere von Deck 3 sich auf das Autodeck begeben sollen…  und warten und warten und warten… Frau ist ganz hibbelig und will los, wir liegen schon am Kai! Ich gebe nach und folge ihr.

Ja, wir hätten in der Kabine warten sollen! Die Warteschlange erstreckt sich durch alle Gänge. Aber alle Wartenden tragen Maske und halten ausreichendem Abstand. Die Durchsage erfolgt kurz darauf und wir können auf Deck 3. Beim Rangieren der Autos nach Anweisung des Personals erkennt man sofort den Italiener oder Nordeuropäer: letzterer wartet auf die Aufforderung zu fahren, ersterer kurft solange rum, bis er raus kann, egal wie wild die Einweiser gestikulieren und rufen. Ignorieren, Hauptsache runter vom Schiff und zwar ‚pronto‘! Doch auch für uns geht es flott, bereits um 7:15 Uhr sind wir in ‚Livorno‘ auf dem schnellsten Weg zur ‚Autostrada‘.

Zur Mittagszeit passieren wir die Brenner Mautstelle und legen unseren obligatorischen Urlaubsende-Stopp bei ‚Mc Donalds‘ ein. Danach halten erst wieder in ‚Reutte‘ beim Bulli-Händler ‚Schweiger‘, nur mal gucken und informieren. Hier gibt es auch den Kastenwagen California zu sehen, mit Beule oder in Lang, und das zum Preis eines kleinen echten Cali’s! Nach einer Stunde und nem Kaffee mit Croissants sind wir wieder gen Heimat unterwegs. Um 20:30 Uhr steht der Bus vor der heimischen Garage, – wir sind daheim.