Irgendwann werden wir mit unserem roten Bus an einem Strand stehen. Der Strand ist herrlich abgelegen und wir haben uns FESTGEFAHREN. Schön, wenn ich dann meine beiden Sandbleche hervorholen und vielleicht ohne fremde Hilfe den Strand verlassen kann.

Wo packen wir die Sandbleche hin?

Unter dem Heckauszug ist eigentlich ausreichend Platz für die flachen Sandbleche. Jedoch biegt sich die Wanne des Calicap Heckauszuges mit 90 Kg Zuladung ganz schön durch. Zu beginn einer Reise flutscht der Auszug rein und raus. Wenn die Straßen aber etwas grober werden, verkeilt sich die Wanne auf der rauen Oberfläche der Sandbleche. Bei unserer Westalpentour haben wir nach einigen Tagen die Bleche in die Wanne gelegt. Funktioniert auch, ist aber im Fall der Fälle sehr unpraktisch, wenn erst der ganze Kofferraum ausgeladen werden muss.

Seit einigen Jahren gibt es Befestigungsmöglichkeiten an der Fahrzeugseite. Meist kommen dabei Saugnäpfe oder starke Neodym Magneten zum Einsatz. Die Variante mit den Saugnäpfen war schon in meiner engeren Wahl und das Material bereits beschafft, als ich auf das Angebot von nurmalkurzraus.de stieß.

Kurzerhand habe ich die Träger für seitliche Befestigung – ohne Bohren bestellt. Verkäufer: nurmalkurzraus.de, VK: 139,00 Euro , Versandkosten: 5,99 Euro, Vorkasse über Paypal. Ohne Rechnung.

Die Lieferung traf mit einiger Verspätung ein, das DHL Paket war aber gut verpackt. Eine Rechnung wurde nicht ausgestellt.

Die Magnethalter

Die Halter bestehen aus flachen Airline Schienen mit abgewinkelten Enden. Die Befestigung der Schienen erfolgt am oberen Ende mittels einer M6 Schraubverbindung. Am unteren Ende der Schiene ist ein Magnet mit umschließender Gummierung angebracht, der die Schiene am Fahrzeugblech fixiert.

Das System ist für die Aufnahme von Zubehör, wie Sandbleche oder Tanks vorgesehen.

Was ist denn da los?

Bei genauer Betrachtung der Magnethalter ist erkennbar, dass die Auflage des Magnethalters nicht parallel zum Fahrzeugblech verläuft.

Da der Magnet nur zu einem kleinen Teil seiner Fläche am Fahrzeugblech anliegt, wird die angegeben Zugkraft von 30 Kilogramm nicht erreicht. Des weiteren können sich Schmutzpartikel zwischen Magnet und Fahrzeugblech sammeln. Dadurch können der Fahrzeuglack und die Gummierung des Magneten vorzeitig verschleißen.

Bei gelöstem Magneten ist der Winkelfehler zwischen Magnet und Airline-Schiene erkennbar.

Und jetzt?

Nachdem der Verkäufer informiert war, kam eine prompte Rückmeldung: Die Schienen sind handgefertigt, daher kann es zu den beschriebenen Abweichungen kommen. Ein Lösungsansatz wäre die Nachbearbeitung durch den Käufer. Dazu sollte die Schiene, mit dem Magnet nach unten, auf zwei Kanthölzer gelegt werden und nach unten gebogen werden. – Vom Grundsatz ist das möglich. Allerdings werden so die falsch gebogenen Winkel mit einer Durchbiegung der gesamten Schiene kompensiert.

Um zu ermitteln, welche Durchbiegung an der Schiene erforderlich ist, wurde die Schiene im montierten Zustand am Fahrzeug so weit durchgebogen, bis der Magnet annähernd vollflächig am Blech anliegt. Dabei stößt die Schiene jedoch an der Fahrzeugscheibe an. Dies ist nicht akzeptabel.

Lösungsansatz:

Die Airline-Schienen sind an beiden Enden mit 7 Grad abgewinkelt. Um mit den Magneten eine vollflächige Auflage auf dem Fahrzeugblech zu erreichen, dürfen die Schienen am unteren Ende jedoch maximal 4 Grad abgewinkelt sein.

Um eine nachträgliche Verformung der Schienen zu erreichen, wurde ein Ende zunächst auf eine Kantholz gelegt und über einen Stempel eine Kraft auf die Schiene ausgeübt. Die auftretenden Kräfte drückten dabei die Schiene in das Holz, ohne dass sich die Schiene dauerhaft verformte.

Als nächstes wurde eine Unterlage und ein Stempel aus Aluminium verwendet. Nach einer Belastung mit 500 kg federte die Schiene wieder in die ursprüngliche Form zurück. Der Winkel beträgt weiterhin 7 Grad. Erst mit einer Kraft von über 700 kg konnte der Winkel auf die erforderlichen 4 Grad korrigiert werden.

Der Magnet

Welche Kraft ist eigentlich zum Lösen des Magneten erforderlich? Laut Verkäufer beträgt die Haltekraft eines Magneten 30 Kg. Für meinen Zugversuch habe ich auf dem Magneten eine M6 Ringmutter befestigt und mit einem Stück Kunststoff den Magneten schräg gestellt. Über die Ringmutter wurde mittels Federprüfmaschine eine langsam steigende Zugkraft auf den Magneten geleitet. Als eine Zugkraft von 19 Kg erreicht war, hat sich der Magnet vom Blech gelöst….

Fazit

Der bequeme Weg durch den Kauf von zwei fertigen Haltern bei nurmalkurzraus.de war letztlich sehr holprig und unbequem. Da ich während der Nacharbeit keine Beschädigungen der Schienen verursachen wollte, musste ich auf eine Presse zurückgreifen. Trotzdem haben die Schienen durch die Nacharbeit gelitten. Das ist ärgerlich, denn schließlich habe ich ein neuwertiges Produkt erworben, von dem ich erwarte, dass es funktioniert. Vom Verkäufer habe ich einen kleinen materiellen Ausgleich aus seinem Shop erhalten.

Ich hatte im Dezember bereits alle Bauteile für den Selbstbau zweier Halter beschafft. Rückblickend wäre dies die bessere Lösung gewesen 😀