Vom Meer weht ein kräftiger Wind und die schnell ziehenden Wolken laden nicht gerade zum Aufstehen ein. Entsprechend langsam laufen unsere Vorbereitungen zum Frühstück. Bis wir alles sortiert haben und den Platz verlassen ist es 11 Uhr. Egal, wir haben Zeit!

Auf dem Weg liegt eine Kirche inmitten der Pampa, die ‚Chesa di S. Marco‘, da schauen wir jetzt vorbei. Es ist wirklich abgelegen, ein gepflasterter Weg führt durch Torpfosten an großen Tischen mit Bänken vorbei zu mehreren geschlossenen Gebäuden. Wir schauen uns das weitläufige Gelände an, wobei ich die Variante querfeldein über Felsen und durch Gestrüpp wähle. Im letzten Jahr war die Landschaft sehr ausgetrocknet und hat eher an eine Steppe erinnert. Nach den Regenfällen der letzten Wochen überwiegt jedoch das Grün. Auf dem Rückweg zum Bus kann ich sogar noch ein paar Pilze sammeln.

Um auf der SS292 weiter Richtung Süden zu fahren, müssen wir den Rio Mannu queren. Nun gut, die Strecke wird auf dem iPad angezeigt als weiße Straße und gestrichelte Linie – heißt, beim Reinzoomen werden die Strichelchen zu einem Weg, sehr weit zoomen! Doch entsprechend unserer bisherigen Erfahrungen ist die Fahrbahn dann gut zu fahren und schließlich führt sie als Abkürzung zur Hauptstraße.

Stellplatz am Strand

Auf unserem weiteren Weg nach Süden kommen ein paar heftige Regenschauer nieder, aber als wir auf der SP59 die Küste erreichen, scheint wieder die Sonne. Zunächst schauen wir in nördlicher Richtung nach Stellmöglichkeiten, bleiben aber schließlich am Spiaggia Corríghias stehen. Der Wind weht zwar immer noch kräftig, aber trotzdem ist es so warm, dass wir direkt ins Meer springen können. Wir sind die Einzigen im Wasser… jedoch ist dieser Abschnitt auch nur sehr übersichtlich besucht. Darum stehen wir auch ganz ’naturalmente‘ am Bus und spülen uns das Salz von der Haut. Bei diesem Wind trocknet alles recht schnell, allerdings fliegt auch alles schnell weg.

Das Essen bereiten wir lieber im Bus zu, diesmal mit frisch gesammelten Champignons. Nach dem Essen kann ich auch endlich mal den Drachen steigen lassen, den wir schon seit Ewigkeiten spazieren fahren (zwei Jahre bestimmt!). Zwischendurch kommt ein Straßenverkäufer mit Käse im Kofferraum zu uns. Wir probieren einige Stücke und kaufen auch einen Schafskäse. Im Laufe des Abends nimmt der Wind zu und es wird allmählich kühler, darum verlagern wir unseren Aufenthalt ins Innere des Busses: warm von der Sonne, aber nicht so kühl umweht. In der Hoffnung, nicht des Platzes verwiesen zu werden, richten wir uns für die Nacht ein. Chiao!      

Donnerstag, 08.10. ¤

Wir hatten eine ruhige Nacht, nur der Wind hat mit heftigen Böen am Bus gerüttelt. Aber heute Morgen ist es fast windstill, die Sonne scheint und zum Frühstück backen wir im Omnia Ofen Brötchen auf. Da es schon wieder so warm wird, nehmen wir vor der Weiterfahrt noch ein kühlendes Bad im Meer. Heute ist die Strömung so heftig, dass wir einfach eine Weile in der Brandung stehen bleiben und Sonne, Wind und Meer genießen.

Ver- und Entsorgung

Um 11 Uhr geht es weiter, Einkaufen im Supermarkt am Ortseingang von ‚Cabras‘. So müssen wir in der nächst größeren Stadt nicht suchend durch die engen Gassen irren. Wir müssen noch Ver- und Entsorgen und das iPad schickt uns hinein nach ‚Oristano‘. Mitten in der Stadt gibt es auf einem Parkplatz tatsächlich eine (verlotterte) Entsorgungsstation und nach ein paar wirren Straßenabzweigungen sind wir wieder auf der stadtauswärts führenden Hauptstraße – an der prompt ein großes Einkaufscenter liegt.

Unsere Suche nach Trinkwasser ist etwas umständlicher, in dem einen Ort ist die Quelle mitten auf dem Kirchplatz, im nächsten kostet der Zugang 4,- Euro und ist an einer Bar zu erfragen (die ist geschlossen!) und dann führt unser ursprünglicher Weg an keiner Quelle mehr vorbei. Also ändern wir die Route und kommen so an drei weiteren Wasserstellen vorbei. Machen wir! Im Ort ‚Guspini‘ schickt uns ‚Trudi‘ ( iPad) durch schmale Gassen und noch engere Gässchen, so dass wir das Sackgassenschild zu spät entdecken und vor einem Blumenkübel umkehren müssen. An der Wasserstelle hängen Plakate mit Hinweisen zur Abstandsregel, weshalb auch nur noch 2 statt 4 Wasserhähne montiert sind.

An die Costa Verde

Funtanazza

Verschiedene Berichte und Bilder von der verlassenen Ferienkolonie „Casa Al Mare Francesco Satori“ hatten mein Interesse geweckt. Der morbide Charme der verfallenen Ferienanlage macht sie heute zu einem interessanten Motiv für Fotografen. Aber die Mehrheit findet wahrscheinlich Gefallen an dem schönen flachen Sandstrand und den guten Parkmöglichkeiten für Wohnmobile.

Zu Funtanazza habe ich einen eigenen Beitrag erstellt.

Nach einem kleinen Rundgang, einer kurzen Kaffeepause und dem Kartenstudium fahren wir weiter, um einsamere Gegenden zu suchen.

Bei Portu Maga an der ‚Costa Verde‘ werden wir fündig, ein Areal mit Sandwegen und kleinen Nischen mit Blick auf’s wogende Meer. Nur bedingt geeignet für große Wohnmobile, aber wir finden ein Fleckchen und richten uns ein. Allerdings wandern wir im Schatten mit Tisch und Stühlen langsam um den Bus rum, in der Sonne ist es uns einfach zu warm. Während meine Frau ihre Bilder ordnet, kommt eine junge Frau zu uns und erfragt Essig für ihren Salat. Sie ist total begeistert von diesem Spot und reist mit einem fensterlosen Transporter. Essig haben wir nicht, aber mit Zitrone können wir aushelfen. Das Mädel freut sich, bedankt sich tausend Mal und zwitschert ab, ihren Salat fertigstellen.

Der Wassersack hat wieder gute Dienste geleistet, so können wir beide fix unter die Dusche, das Salzwasser vom letzten Bad von der Haut waschen. Solchermaßen erfrischt geht es ans Abendessen. Leckerer Fisch im diffusen Lampenlicht bei Sternenhimmel und Meeresrauschen. Es ist zwar noch nicht richtig dunkel, aber schon reichlich Sterne zu sehen. Wieder ein Abend für Sternenfotos.