Die Tour zu den roten Felsen bei Gorges de Daluis hatte uns weit in den Süden der Westalpen gebracht, denn bis Nizza waren es nur noch 30 Kilometer. Da wir uns vorgenommen hatten, Städte und Ballungsräume zu meiden, musste es jetzt in nördlicher Richtung weitergehen. Über die M2205 erreichen wir nach 40 Kilometern den Ort Isola, eigentlich nichts besonderes, wenn es da nicht die einzige Tankstelle weit und breit gäbe. Die Zapfsäule ist dementsprechend begehrt und wir stehen dort tatsächlich in einer Warteschlange.

Auf der Suche nach einem Trinkwasserbrunnen durchfahren wir die engen Gassen von Isola. Danach geht es weiter nach Norden, schließlich wollen wir in den Bergen noch einen Übernachtungsplatz finden. Einige Kilometer vor der Passhöhe durchfahren wir das ehemalige Militärlager Camp des Fourches und kurz darauf den 2715 meter hohen Col de la Bonette. Hinter der Passhöhe passieren wir eine Bunkeranlage mit markantem Geschützturm. Unser Tagesziel wird das Fort de Restefond, wo wir einen windgeschützen Platz mit Aussicht finden. Hier können wir Murmeltiere beobachten und Fotos der Milchstraße machen.

Am nächsten Tag fahren wir zurück an die Passhöhe des Col de la Bonette. Hier beginnt eine etwa zwei Kilometer lange Ringstraße um die Cime de la Bonette. Die Straße führt bis auf 2802 m und ist damit die zweithöchste asphaltierte Straße der Alpen. Von hier haben wir einen beeindruckenden Rundumblick auf das Bergpanorama und die umgebende Geröllwüste.

Alternativroute Col de la Moutière

Bei der gestrigen Suche nach einem Übernachtungsplatz hatte ich auf der M2205 nicht an den Abzweig nach Saint-Dalmas-le-Selvage gedacht. Die Route über den weiter westlich gelegenen Col de la Moutière ist nämlich eine schöne Alternative zur Fahrt über den Col de la Bonette. Weil das Wetter passt, fahren wir ein Stück auf der “Naturpiste“ ins Tal. Bei der Begegnung mit einem anderen VW Bus fragt der Fahrer sofort nach „4Motion?“, ich verneine und erkläre, dass robuste Reifen viel wichtiger als Allrad sind. Wir schauen auf die Reifen und stellen lachend fest, dass wir beide Michelin Latitude Cross drauf haben.

Nach diesem alpinen Ausflug rollen wir in nördlicher Richtung talwärts. Von Jausiers fahren wir auf der D900 noch etwa 3 Kilometer in Richtung Norden. Bei La Condamine-Châtelard finden wir am Ufer der Ubaye einen schönen Rastplatz, der schon einmal vor einigen Tagen unser Ziel war.

Im Tal der Ubaye