Auf unserer spontanen Reise in die Westalpen haben wir bereits viele Pässe hinter uns gelassen und auch die ein oder andere Schotterstraße gemeistert. Der „Denzel“ gab uns gute Vorschläge und ab und zu haben wir uns auch von seinen Fotos leiten lassen. Aber immer wieder bleibe ich an einer Route hängen: Tunnel du Parpaillon.

Foto: Dosi16 / CC BY-SA

Die Streckenbeschreibung lässt ahnen, dass sie für unseren roten Bus mit Serienfahrwerk eigentlich nicht geeignet ist. Hmm, – Tunnel du Parpaillon -, je öfter ich die Bilder anschaue, umso mehr will ich dahin.

Ach was solls, wir sind jetzt sowieso in der Nähe. Das probieren wir jetzt.

Auf zum Tunnel du Parpaillon

Wir kommen von Südwesten und müssen folglich die Routenbeschreibung rückwärts lesen. Das klappt auch ganz gut. An dem Brunnen am Ende der Asphaltstraße füllen wir noch den Wasserkanister auf, dann geht es auf dem Schotterweg weiter. Die Steine auf dem Weg sind schon etwas grober als auf den vergangenen Pisten. Aber im ersten und zweiten Gang suchen wir behutsam die passende Spur. Ich frage mich, wie es wohl bei den Kollegen mit Seikel- oder Luftfahrwerk im Fahrzeug rumpelt. Wir werden jedenfalls ganz schön heftig von links nach rechts sowie vor und zurück geschüttelt. In Island hatte es sich ja bewährt, die übelsten Schlaglochstrecken mit hoher Geschwindigkeit zu befahren. Dann bleibt dem Rad fast keine Zeit, in das Schlagloch einzutauchen. 60-70 km/h sahen zwar verwegen aus, waren aber trotzdem recht komfortabel.

Hier verkneife ich mir das lieber. Die großen Schottersteine sind viel zu scharfkantig und am Ende bleibt vielleicht, wie in Norwegen, wieder ein Reifen auf der Strecke.

Nach knapp 2 Kilometern überqueren wir eine Holzbrücke, dann folgen zwei Kehren, die wir auch mit geringer Geschwindigkeit durchfahren. Als wir die Baumgrenze erreichen und den Wald hinter uns lassen, kommen wir zu einer weiteren Brücke. Diese ist jedoch gesperrt und wird durch eine (trockene) Furt umfahren. Auch dieses Stück meistern wir, wenngleich hier die Vorderräder bereits kräftig durchdrehen.

Die folgende Fahrspur lässt keine Möglichkeit zum Ausweichen erkennen und wir rumpeln immer weiter nach oben. Bevor wir die Hälfte der Strecke geschafft haben, höre ich, wie auf dem Beifahrersitz ein Stein vom Herzen fällt. Denn gerade habe ich meiner Frau mitgeteilt, dass wir umkehren werden, weil ich dem Bus nicht noch mehr zumuten möchte.

Wir kehren um

Also geht es erstmal Rückwärts zurück, bis zu einer Stelle, wo wir mit 7x vor und zurück, wenden können. Dafür lässt sich jetzt auch noch das ein oder andere Foto machen. An einer der Kehren im Wald fahren wir in den Schatten und machen gemütlich Mittagspause.

Tunnel du Parpaillon, Tunnel du Parpaillon, – da muss der rote Bus einfach hin. Beim Blick auf die staubige Heckklappe vom Bus fällt mir plötzlich die Lösung ein. Dazu muss ich nur was passendes finden.

Am Wegrand suche ich ein paar passende Steinchen, aber das Richtige ist noch nicht dabei. „Was suchst Du denn?“ fragt die Frau, – „Einen Tunnel für den roten Bus“. – „ Nimm doch die leere Klopapierrolle….“. – Meine Frau, – Sie ist genial 🙂

Hier seht Ihr also doch noch den roten Minibus auf dem Weg zu meinem Tunnel du Parpaillon.

Wenigstens ER hat den Tunnel erreicht 😀

Denzel Kz475 – Denzel Skala SG 3-4