Auf nach Tallinn

Wir wollen heute noch auf einen Campingplatz bei Tallinn, aber bei diesem Wetter macht das keine richtige Freude. Unterwegs verlassen wir die gutausgebaute ‚rote Straße‘, um entlang der Küste zu fahren. Allerdings sehen wir auf der angedachten Küstenstraße kein mal die Küste sondern nur – Wald! Der Uferstreifen scheint komplett bebaut, es gibt keine Zufahrt zum Meer und die Straße wird gesäumt von endlosen Reihen von Kiefern. An einem kleinen Hafen machen wir die wohlverdiente Pause: Geräucherter Hecht und Brot, zum Dessert leckerer Vanillepudding, danach ein Spaziergang am Strand. Das Wetter lädt nicht gerade zum Verweilen ein, darum geht es jetzt ab zum C-Platz, per Navi versteht sich. Beim Verlassen des Ortes entdecke ich einen Verkaufsstand mit Erdbeeren und halte sogleich an. Frau springt raus, sieht nur große 1 kg Körbchen für 5,-€ und nimmt eins. Am Nebenstand sind auch noch kleinere Gebinde, aber es wäre ja grob unhöflich, da rüber zu gehen 🙂 Jedenfalls hebt sich mit diesem Einkauf die Stimmung auf der Beifahrerseite deutlich.

Der gesuchte Campingplatz liegt bei Laagri südlich von Tallinn, direkt neben der Bahnstrecke. Vom Platz führt ein Fußweg direkt zur Haltestelle. Aber wir lassen jetzt den Tag mit leckeren Erdbeeren ausklingen.

Bahnfahren in Estland

Die Sonne versteckt sich zwar noch ein bisschen, aber sie ist da. Wir haben extra den Wecker gestellt, damit wir heute Morgen nicht verschlafen. So schaffen wir auch alles in der geplanten Zeit und gegen 10 Uhr stehen wir an der Bahnhaltestelle und warten auf den Zug. Der ist pünktlich, Fahrkarten holen wir im Zug (2,-€ pro Person), eine halbe Stunde später sind wir in Tallinn am Bahnhof.

Eigentlich wollte ich diese E-Roller mieten, die hier überall rumstehen, klappt aber irgendwie nicht. Ist im Nachhinein auch besser, denn es gibt viel Kopfsteinpflaster, Treppen und Menschenmassen!

Stadtbummel in Tallinn

Mehrere Kreuzfahrtschiffe liegen im Hafen oder wie ich sie nenne: Massengutfrachter. Wir laufen diesmal nicht planlos durch die Gegend, denn Frau hat einen Stadtplan und kann uns so den Weg zeigen. Solche Stadtbummel sind manchmal eine recht nervenaufreibende Sache, eigentlich möchte Frau sich durch den Kern treiben lassen, Läden und Leute gucken, eventuell auch das ein oder andere sehenswerte Gemäuer besuchen – aber ohne Plan. Ich finde das nicht so prickelnd, tippel aber brav hinter ihr her. Es sind so irrsinns viele Menschen unterwegs in den Gassen, dass man sich wie auf dem Weihnachtmarkt am Wochenende vorkommt – ausweichen, abrupt stoppen, überall lange Schlangen und gefühlt 1000 Fresstempel nebeneinander.

Am Bahnhof

Wir kommen irgendwann wieder Richtung Bahnhof, da sind Markthallen mit Fisch-, Fleisch-, Obst- und Gemüseständen. Allerdings alles Rohware, also nicht zum sofortigen Verzehr. An einem Burgerstand bestellen wir schließlich zwei Burger und eine Pommes mit Ketchup, dann setzten wir uns auf eine Bank und genießen. Alles selbst gemacht, nix vorgeformtes oder TK-Ware, das schmeckt man.  Zum Abschluss holen wir noch Melone und Erdbeeren für später und warten am Bahnsteig auf unseren Zug.

Zurück auf dem C-Platz fliegen die Schuhe in die Ecke, es gibt lecker frisches Obst und einen schönen Platz in der Sonne.