Um halb zwölf verlassen wir den Campingplatz Richtung Berge im Landesinneren. Unterwegs müssen wir nochmal tanken. Kein Problem, hier ist ja alle naselang eine Tankstelle. Wir verlassen also die rote Straße, biegen auf eine orange Straße ab und pausieren in der Nähe einer kleinen Kirche mit viel Grün drumherum. Es ist ruhig und einsam, der Salat lecker.

Laut Google ist die nächste Tankstelle 10 km hinter uns…? Hä? Nix vor uns?? Tatsächlich, es sind keine Tankstellen eingezeichnet. Also wieder zurück bis zur roten Straße, tanken und wieder rauf in die Berge… die Leutchen in dem Dorf, durch das wir kommen, denken bestimmt auch, wir sind deppert, fahren als hin und her mit unserem roten Bus… 

Im  weiteren Streckenverlauf wird die gelbe Straße tatsächlich rot, denn der Teer ist weg und nur die rote Erde ist zu sehen. Lässt sich aber gut fahren, weil alles einigermaßen trocken ist.

Hier ist irgendwo ein Aussichtspunkt, die Beschilderung ( ein handgemaltes Schild!) ist nur auf griechisch, also folgen wir in gutem Glauben und werden nicht enttäuscht: man kann über das ganze Tal blicken! Das hat sich gelohnt. Wir bleiben nicht nur für eine Pause sondern gleich für die Nacht.

Abends ist der Ausblick auch famos, alles ist mit Lichtern durchzogen. Man sieht die beleuchtete Autobahn, – aber keine Autos, die beleuchteten Straßen, – aber die Häuser sind dunkel. Kommen wohl alle erst zu Ostern, – dem griechischen Ostern.

Leider ist es immer noch total diesig draußen, die Sonne versteckt sich hinter Wolken. Manchmal blitzt sie hervor, aber so richtig scheinen will sie nicht. Da das Wetter weitestgehend stabil bleiben soll, fahren wir auf den Berg, zum Sitz des ZEUS! Erst ist der Weg auch okay, aber dann biegen wir ab und es ist holprig, wackelig, kurvig und steil (nicht nur im Sinne von bergauf, sondern auch der Abhang auf der Seite der Frau).

Wir tuckern also vorsichtig Schlaglöchern ausweichend, durch Wasserrinnen holpernd den Berg hinauf und sind nach ca 4 km am Ziel: Eine grüne Wiese vor einem kleinen Hügel. ZEUS Thron. Ich kraxelt den Berg rauf, Frau schaut sich unten um. Bei schönem Wetter muss die Aussicht grandios sein…

Es geht wieder zurück, das ganze Gerödel nochmal. Der Abzeig zum nächsten Ort ist gleich ums Eck, laut Navi nur 5 km. Den Weg nehmen wir! Ist bei Google maps eine gepunktete Linie und wird erst zum Weg, wenn man reinzoomt! Jetzt geht das gleiche weiter; Schlaglöcher, Wasserrinnen, Geröll, Äste, weggebrochene Wegkanten (auf der Seite der Frau)… Wenn ich für Fotos stoppe, dann weht manchmal der Wind so heftig, dass die Frau ihre Tür gar nicht auf bekommt und sie auf der Fahrerseite ein- und aussteigt. Manchmal liegen zu große Steine im Weg, dann räumen wir sie beiseite, eine „Furt“ durchfahren wir auch, eine Schafherde treiben wir eine Zeitlang vor uns her, bis sie ausweichen kann. Auffallend ist, dass die begleitenden Hunde immer erst anfangen zu bellen, wenn wir vorbei sind und die Herde passiert haben.

Weil es in den Bergen immer wieder mal regnet, wollen wir die letzte Nacht auf Peloponnes an einem Strand verbringen. Kurze Suche, dann haben wir 50 Kilometer weiter einen schönen Platz direkt am Strand gefunden. Die Regenschauer der letzten Tage waren mit Saharasand versetzt, deshalb sieht unser Auto total versaut aus. Die Nacht ist, bis auf die laute Brandung, ruhig.

Die Sonne scheint und bei geöffneter Schiebetür schauen wir vom Bett aus auf die tosende See. Nach dem Frühstück fahren wir nach Patras und erledigen noch ein paar Einkäufe im griechischen Supermarkt.

In Patras herrscht Verkehrschaos, deshalb weiche ich genervt auf eine Umgehungsstraße aus. So kommen wir zu den alten Fähranlegern bei der großen Brücke. In einer „Kantina“, einer Imbissbude mit Sitzgelegenheit, holen wir uns Suflaki zum mitnehmen. Nach dem Essen gehts über die Autobahn zurück zum Hafen. Hier drehen wir eine Ehrenrunde, bis uns ein Polizist erklärt, wo wir die Hafenbüros für die Tickets finden. Echt blöd, wenn Gebäude und Schilder zugewachsen sind und Hinweisschilder nicht stimmen.

Nachdem wir die Ticket in den Händen haben, gehts wieder zu dem Polizisten, danach weiter zur Grenzkontrolle. Polizei und Soldaten suchen in den Fahrzeugen nach Illegalen Reisenden. Bei uns muss ich im Heck den Blick auf die Rückseite der Sitzbank frei machen.

Zum Glück steht die Superfast XI schon am Kai, sonst wüßten wir nicht, wo wir hin sollen. Ich gehe nochmal los um ein Foto vom Schiff zu machen, als es plötzlich heißt: „losfahren“. 

Ruckzuck werden wir auf das unterste Deck geleitet und müssen dort total eng einparken, obwohl nur wenige Fahrzeuge an Bord kommen. Immerhin sind wir 90 Minuten vor Abfahrt in unserer Kabine und können die Zeit zum duschen nutzen.

In der Nacht habe ich mir das Beladen in Igoinitza angesehen. Ein Schauspiel, diesmal bei Nacht. Sechs Einweiser leiten die LKW parallel auf das Schiff. Dabei kommt es immer wieder zu Missverständnissen und die LKW stehen Kreuz und quer. Um den letzten LKW kümmern sich alle Einweiser, sodass dieser erst links, dann rechts, dann doch wieder links und schließlich rückwärts aufs Schiff gelotst wird.

Die Fahrt nach Ancona ist ruhig. Wegen der schlechten Erfahrung auf der Hinfahrt, Frühstücken wir auf der Kabine. Dazu wollten wir uns noch ein paar Croissants aus dem Restaurant holen, aber es gab keine. Also nur Weißbrot, Marmelade und Co auf der Kabine.

Nach der Ankunft in Ancona dauert es eine Weile, bis wir in unseren Bus können. Die Heimfahrt über die Autostrada zieht sich etwas in die Länge weshalb wir an der Brennerautobahn eine Übernachtung einschieben. In Reutte machen wir noch einen interessanten Abstecher in ein Paradies für Califahrer, der Bullishow.

Fazit unserer Reise: Wir kommen bestimmt wieder, Peloponnes 😀