Heute Morgen gibt es Sonne pur, direkt auf die Frontscheibe! Wir sind immer noch in der Nähe vom Cap Tenaro.

Unten in der Bucht liegt noch alles im Schatten , aber bei uns auf dem Berg ist schon voll die Sonne. Eine Rindviehherde besucht uns gerade, aber das stört nicht. Die sind nicht besonders neugierig und drehen bald wieder um. In der Nacht konnten wir den Vollmond über dem Meer bewundern und den tollen Ausblick genießen.

Wir frühstücken draußen, einen Meter von der Kante… Die Orange, die uns gestern den Abhang hinunter gerollt ist, liegt immer noch an Ort und Stelle. Es ist hier mit den losen Steinen zu rutschig, um da runter zu kraxeln. Wir werden halt vorsichtig um den Tisch herumgehen. Die Aussicht ist jedenfalls spektakulär, genau so wie ich mir das gewünscht hatte. Während wir da sitzen und relaxen kommen die Imker zu ihren Bienenstöcken. Sie grüßen uns winkend und wir müssen nicht das Weite suchen. Erst gegen 11 Uhr tuckern wir gemächlich weiter.

ANCIENT MESSINI

Wir wollen nach ‚ancient messini‘, einer antiken Ausgrabungsstätte von vor über 2000 Jahren. Unser Navi kennt nur die Stadt Messini, also müssen wir mit ein paar kleinen Ortschaften in der Nähe tricksen, dann kommen wir auch mitten in den Bergen in der Pampa ans Ziel. Am Abend erreichen wir den Ort, stellen uns auf den Parkplatz unter die Olivenbäume und richten uns häuslich ein.  Morgen ist Kultur angesagt.

Kurz nach dem Aufstehen beginnt in Mavrommati die Übertragung der Sonntagspredigt, oder was auch immer hier stundenlang über Lautsprecher eintönig vor sich hin leiert. Der Gebetsgesang schallt vom Dorf den Berg runter zu uns. Mit den Rufen der Vögel, dem Gebell der Hunden, den Hähnen und der Radiomusik ist das eine wahre Kakofonie.

Die ersten Besucher grüßen schon höflich zur offenen Schiebetür herein, da sind wir auch soweit und marschieren mit Fotoapparat, Minibus und Glaskugel los.

Das antike Messini ist eine der wichtigsten Ausgrabungsstädte Griechenlands. Die archäologische Stätte befindet sich in einer wunderschönen natürlichen Umgebung in der Nähe des Dorfes Mavromati. Der nordöstliche Teil des antiken Messini wurde durch den Berg Ithomi geschützt, der eine natürliche Festung ist. Die antike Stadt ist gut erhalten, da sie nie von einer neueren Siedlung zerstört oder bedeckt wurde. Innerhalb der archäologischen Stätte findet der Besucher Heiligtümer, öffentliche Gebäude, Häuser, Befestigungen und Grabdenkmäler.

Besonders beeindruckend fand ich das alte Stadion. Dessen Laufbahn ist von steinernen Stufen hufeisenförmig eingefasst ist.

Wir verbringen den ganzen Vormittag  in dem weitläufigen Gelände, schauen überall mal und tippeln gegen Mittag wieder zum Bus. Es sind nämlich diverse Reisebusse mit Besuchern gekommen, die schwärmen jetzt über das Gelände.

In einer Taverne finden wir einen Tisch unter dem Bambusdach, bestellen frisch gepressten Orangensaft, Moussaka und Lamm mit Kartoffeln.  Ist beides sehr lecker und das Fleisch ganz zart.

So rundum gesättigt überlegen wir im Bus, wohin es nun gehen soll. Der WOMO Reiseführer erzählt was von lauschigen Badestränden in der Navarino Bay, gleich neben der ‚Ochsenbauchbucht‘ (Voidokoilia). Das sieht gut aus,  da wollen wir hin. Es geht wieder links und rechts durch unzählige Kurven über Wege, die bei uns der Land- und Forstwirtschaft vorbehalten wären, aber das Navi lotst uns brav durch dieses Gewirr.

Unterwegs entdecken wir in einem kleinen Bergdorf einen ‚Starfighter‘ im Vorgarten! Was man hier so alles findet…

VOIDOKILIA BEACH

Die Ochsenbauchbucht mit ihrem türkisblauem Wasser und dem weichem weißen Sand, ist einer der touristischen Hotspots. Fast ein wenig kitschig. Da wir an einem Ende der Bucht parken, spazieren wir einmal am Wasser entlang. Es ist richtig warm, zumindest für unsere Verhältnisse. Die Einheimischen sitzen mit langen Ärmeln, Jacke und langer Hose im Sand. Wir gehen bis über die Knie ins Wasser, das war’s dann aber auch.

Dann ziehen wir weiter zum Strand der Navarino Bay, halten zwischen dem  Dünengras und machen ein Kaffeepäuschen. Übernachten werden wir auf dem Campingplatz die Straße runter. Ist vielleicht besser, denn die Polizei fährt Streife am Strand und campen ist nicht erlaubt. Auf dem C-Platz stehen wir in vorderster Reihe mit Blick auf’s Meer – wenn auch wieder eingezäunt. Aber direkt vor uns auf dem Strand gibt es Liegen, die die Frau auch gleich ausprobiert.

So, jetzt wird es frisch, wir verziehen uns in den Bus, nutzen das freie wifi und schauen auf die Lichter am Ufer.