In unserem Olivenhain ist es ruhig geblieben, niemand wollte uns verjagen. Es ist zwar nicht übermäßig warm, aber zum Frühstücken draußen reicht es allemal. Die Frau möchte den Platz baldmöglichst räumen. Sie hat immer noch Sorge, dass der Besitzer plötzlich mit der Schrottflinte erscheint.

Bei Herausfahren aus dem Olivenhain drehen die Räder durch. Das habe ich gestern am Strand auch schon festgestellt, da haben sich die Michelin Reifen ganz schnell im Sand eingegraben. Die alten Dunlop Reifen waren da wesentlich gutmütiger.

Wir verlassen dieses einsame idyllische Fleckchen Erde und kurven eine andere Straße zurück nach Neapolis. Das nächtliche Unwetter hat an einigen Stellen Steine und Geröll auf die Fahrbahn gespült.

Eine Bäckerei mit lecker Backwerk zum Kaffee findet sich schnell und parken ist, dank unserer Warnblinkanlage, auch in den engen Straßen kein Problem mehr. (Ja, wir passen uns an). Unser Navi lotst uns auf kleinsten Wegen durch weitläufige Orangenplantagen, auf denen offenbar viele Nordafrikaner arbeiten.

Bei einem Fotohalt „fällt“ der Frau eine Orange vom Baum direkt in ihre Hände. Aber da gerade Erntezeit ist, liegen die hier sowieso zuhauf in der Gegend rum, also nicht so schlimm, oder? Zwei Kilometer weiter werden wir dann tatsächlich für eine Polizeikontrolle angehalten: „Stopp! Passport and Drivers license please!“ „Where did you come from? Are you living here?“ Meiner Frau verschlägt es die Sprache und sie verfolgt mein Gespräch sichtlich angespannt.Aber natürlich suchen sie keinen Obstdiebe und wir können anstandslos weiter.

Am Nachmittag machen wir eine Orangen-Verköstigung. Wir haben eine selbst gepflückte Orange, welche aus dem Lidl und eine vom griechischen Supermarkt. Ergebnis: Ich bin dafür zukünftig nur noch selbst zu pflücken und die Frau meint, bei Lidl holt sie keine Orangen mehr.

Fazit: Alle Orangen sind wirklich seehr saftig! (Zum Video das Bild anklicken).

DIMITRIOS SCHIFFSWRACK

Beim unserem nächsten Ziel, dem Valtaki Beach, begegnen wir doch tatsächlich einem roten VW California mit Kasseler Kennzeichen. Endlich mal wieder ein farbiger Bulli zwischen den vielen achromatischen (weißen, schwarzen und grauen) Bussen.

Der Strand in der Nähe von Gythio ist nach den vorangegangenen Regenfällen nicht sonderlich einladend. Trotzdem wollen wir uns dort umschauen, denn direkt am Strand liegen die Überreste der „Dimitrios“, welche im Dezember 1981 hier gestrandet ist.

Nach den Fotos am Schiffswrack machen wir uns auf zum Campingplatz. Gestern Abend hatten wir zwar genügend Wasser, aber wegen dem Gewitter wurde es mit dem Duschen am Bus nichts. Daher ist es Zeit, sich mal wieder richtig unter fließendem Wasser zu reinigen… 

Wir wählen den Campingplatz Meltemi, haben dort freie Platzwahl und können mit unserem roten Bus in erster Reihe stehen. Vom Strand trennt uns nur der Zaun und ein paar Kakteen. Die Dusche ist echt eine Wohltat, die wir ausgiebig nutzen.

Die in der Bäckerei gekauften Teilchen sind leider nix zum Kaffee, denn sind mit Feta und Spinat gefüllt. Im schwindenden Licht spazieren wir noch am Strand entlang und lassen dann den Tag mit einem Gläschen Wein und einem alkoholfreiem Radler ausklingen.

Der neue Tag beginnt mit Sonnenschein! Da wird es im Bus schon richtig warm. Also können wir wieder draußen Frühstücken. Hoppla ein angeditschtes Ei, also machen wir ratz fatz Rührei. Das ist richtig lecker und machen wir bestimmt mal wieder, – wenn man anschließend gut spülen kann (also auf einem Campingplatz!).

Nach der zweiten Dusche innerhalb von 24 Stunden und dem Gebrauch des Lockenstabes kann es für die Frau wieder in die Weiten des griechischen Landes gehen. Um 11:30 h sind wir startklar und es soll noch mal zum Schiffswrack gehen, wegen der Sonne und schöneren Fotos und so. Doch in Gythio ist der Verkehr ziemlich chaotisch und wir biegen falsch ab, und kommen ganz woanders raus. Wir wollen nicht noch einmal durch den Ort und beschließen, dem Navi die Führung zu überlassen. 

Somit geht es direkt auf schnellstem Weg zur Südspitze. Die Route führt zur Westküste, schön zu fahren und nach einem kurzen Stopp in einer Bäckerei für Brot und Kuchen finde ich einen Weg, der nach ca. 2 km Richtung Küste führt. Zwischendrin ist auch ein Tiergatter, dass die Frau öffnet und wieder schließt. Am Ende stehen wir mit unserem Bus auf einem  Plateau und können einen super Rundblick genießen. Hier lässt sich gut pausieren. Es gibt wieder Salat, danach Quark und zum Abrunden ein paar Fotos.

CAP TENARO

Wir wollen an die Südspitze der Halbinsel Mani, zum Kap Tenaro. Das Kap stellt den südlichsten Punkt des griechischen Festlandes dar und ist nach der spanischen Punta de Tarifa das zweitsüdlichste Kap Festland-Europas. Es trennt den Lakonischen Golf vom Messenischen Golf. Nahe dem Kap befindet sich in 5121 Metern Tiefe der tiefste Punkt des Mittelmeeres, das Calypsotief. In den Sommermonaten ist es ein beliebtes Touristenziel.

Wir folgen der schmalen Straße auf die Halbinsel und halten auch Ausschau nach einem Übernachtungsplatz. Am Ende der Straße befindet sich ein kleiner Parkplatz. Als wir ankommen, traue ich meinen Augen nicht. Der gesamte Parkplatz und die Zufahrtsstraße sind mit parkenden Autos, Wohnmobilen und Reisebussen belegt. Weil ein durchkommen nicht möglich ist, schauen wir uns das Treiben zunächst vom Parkplatz der nahen Taverne an.  Schnell steht für mich fest, dass hier zuviel Menschen unterwegs sind, ganz abgesehen von der schlechten Möglichkeit zu parken. Deshalb verlassen wir diesen lebhaften Ort und suchen uns nicht weit von Vathia einen Platz zum pausieren.

Jetzt ist es vielleicht an der Zeit, der Frau eine alternative Route für die Weiterfahrt vorzuschlagen. Vor Beginn unserer Reise nach Griechenland habe ich nämlich dem roten Bus einen Satz neue Reifen spendiert. Der Michelin Latitude Cross wird in den passenden Abmessungen angeboten. Mit seinem robusten Profil ist er auch für Ausflüge auf Schotterpisten besser geeignet als der Dunlop mit seinen hervorragenden Straßenprofil. Ob das so ist, möchte ich jetzt gern ausprobieren.

Wir folgen also der weißen Linie auf der Landkarte und erklimmen bei toller Aussicht die Berge. In der Nähe des Bergdorfes Korogonianika habe ich einen Übernachtungsplatz ausgemacht, der laut Karte interessant sein könnte.

An dem ausgesuchten Platz schaue ich mich zunächst etwas um, denn ab und zu sind merkwürdige Geräusche zu hören. Achja, hier wohnen Schweine, also im wörtlichen Sinn. Denn da sind drei Schweine in einem Felseinschnitt, der vorne und hinten mit Baustahlmatten zugemacht ist. Die werden bestimmt regelmäßig gefüttert, das bedeutet für uns umkehren, denn wir wollen ja keinen stören.

Den nächste Platz erreichen wir wieder über einen kurzen Schotterweg. Aber er ist viel besser, es stehen zwar Bienenstöcke hier, aber da guckt man ja nicht täglich nach. Wir stellen uns ganz an die Seite mit Blick zur Südspitze und aufs Mittelmeer. Das scheint nett zu werden…

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