Palea Epidavros

Unser weiterer Weg Richtung Süden führt über die Straße 10 durch’s Gebirge. Über kurvige Straße geht es rauf und wieder runter, mit gelegentlichen Erdrutsch- und Steinschlagabschnitten sowie Sturzfluten quer über die Straße. Wir landen in einem kleinen Ort (Alt Epidavros) am Strand und parkieren für die Kaffeepause. Der Platz steht teilweise unter Wasser, aber der Bus ist auf einer kleinen Insel sicher…. dachten wir, bis das Wasser langsam aber stetig steigt und wir nicht mehr trockenen Fußes den Bus verlassen können! Ich sehe das ganz entspannt, ‚ich habe einen Spaten, ich grabe uns frei!‘. Aber die Frau möchte hier nicht stehen bleiben. Es soll noch bis in die frühen Morgenstunden regnen! Schicksalsergeben packte ich zusammen und fahre auf die andere Seite des Ortes auf den befestigten Platz. Da fühlt sich die Frau doch doch gleich viel sicherer. Jetzt kann es regnen wie es will. Die Gebäckstückchen waren übrigens superlecker.

Bei dem abendlichen Gewitter gelingen mir noch ein paar schöne Fotos.

Da wo gestern die Blitze einschlugen, sehen wir jetzt eine schönen Sonnenaufgang. Wir flitzen beide noch im Schlafanzug raus und fotografieren den Sonnenaufgang über dem Meer. Ahh, so fühlt sich Urlaub an.

Wir frühstücken draußen mit Ei, wie gestern. Allerdings ist es im Schatten der kleinen Bäumchen doch recht frisch, so dass wir doch noch was zum Überziehen holen…

Von Alt Epidauros geht es weiter zum Amphitheater, eine der großen Sehenswürdigkeit in dieser Gegend. Die zweispurige Zufahrtsstraße lässt erahnen, dass im Sommer hier mächtig was los ist.

THEATER VON EPIDAUROS

Die Anlage stammt aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. und ist die bedeutendste antike Kultstätte für den Heilgott Asklepios und dessen Vater Apollon in Griechenland. Seit 1988 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das imposanteste und auch heute noch auffälligste Bauwerk von Epidauros ist das große, in einen Hang gebaute Theater mit grandiosem Blick auf die Berglandschaft der Argolis.

Das Gelände ist bevölkert von wilden Hunden und internationalen Teenagergruppen. Es entstehen viele neue Selbstportraits und die üblichen Rufe und das Klatschen zum Testen der Akustik, sorgen für eine lebhafte Geräuschkulisse. Wir lassen diese besondere Atmosphäre noch etwas auf uns wirken und verlassen dann das Areal.

Wir fahren weiter durch die Berge nach Nafplio und von dort Richtung Süden die Küste entlang. Es ist Bilderbuchwetter und an einem ruhigen Strand unterhalb der Straße, nicht allzu weit von Astros parkieren wir. Es gibt improvisiertes Mittagessen: Eisbergsalat mit Paprika und Thunfisch, dazu Brot. Ist sogar ganz lecker und weil es so schön hier ist, bleiben wir noch :-))

Wir verlängern nicht nur bis zur Kaffeepause, nein, wir übernachten hier am Paliochano Beach! Da jetzt noch mehr Zeit ist, spazieren wir am Strand entlang, gerade so mit den Füßen in den auslaufenden Wellen, da lässt es sich gut laufen und die nur 15 °C merkt man kaum.

Es liegen schon verwunderliche Dinge am Strand, ein Stoffweihnachtsmann und Tannenzapfen… sind wir an der Autobahnauffahrt doch nach Norden abgebogen??? Aber ein paar Muscheln und einen unermüdlich gegen die Brandung ankämpfenden Krebs sehen wir auch. Lesend und dösend vergeht die Zeit. Das war ein sehr schöner Tag, auch wenn wir nicht weit gekommen sind (70km) oder gerade deshalb.

Monemvasia 

Die Sonne weckt uns! Da macht das Wach werden gleich viel mehr Freude, wenn die Sonne direkt durch die Schiebetür auf’s Bett scheint! Wir lüften das Bettzeug und frühstücken in aller Ruhe auf dem Strand. Gegen 11 Uhr cruisen wir bis nach Leonidi weiter an der Küste entlang. Dann geht es bei den „Red Rocks“ in die Berge. Eng, kurvig und tolle Aussichten.

Das Navi wählt zwischendurch einen anderen Weg, sodass wir ins Landesinnere abdriften und erst am Nachmittag bei Monemvasia eintreffen. Im Supermarkt holen wir super leckere Orangen und weitere Lebensmittel. Wir fahren erst einmal 7 Kilometer weiter an einen Strand und machen dort Mittagspause. Frisch gestärkt gehts zurück auf die Insel und zur Ortsbesichtigung. 

Die erste Ansiedlung wurde bereits im Jahr 583 auf dem Felsen von Monemvasia errichtet. Der Felsen hat eine Höhe von 194 Meter und 1,8 km Länge und ist über einen kurzen Damm zu erreichen. Heute ist die Insel eine beliebte Wochenendresidenz und viele der mittelalterlichen Gebäude werden nach und nach restauriert. Einige sind auch zu Hotels umgewandelt worden. Wir kraxeln ziemlich weit nach oben, aber nicht ganz nach oben. Es ist schon Klasse, dass die Wege im Originalzustand hergerichtet wurden. Aber die Pflastersteine sind teilweise glatt und uneben, die Stufen steil und man muss beim Laufen richtig aufpassen.

Übernachtung im Olivenhain

Die Wasserstelle im Ort erweist sich als untauglich, und so fahren wir ohne Wasser weiter. Hier in der Gegend gibt es leider keinen Campingplatz. Zum Übernachten wollen wir deshalb zur Kastania Cave fahren und diese am nächsten Tag besichtigen. Auf dem Weg dahin finden wir sogar einen öffentlichen Wasserhahn, da wird schnell der Kanister befüllt, naja, es dauert schon ne Weile, der Hahn hat einen dünnen Wasserstrahl, aber wer hat der hat. Dann können wir heute Abend vielleicht am Bus duschen.

Die pfiffigen Reisenden lesen im Internet, dass die Höhle im April leider nur am Wochenende geöffnet ist. Wir erfahren es am Eingangstor der Höhle. Also suchen wir uns einen anderen Übernachtungsplatz. Die Frau hat einen Feldweg in einen Olivenhain entdeckt, den nehmen wir und manövrieren den Bus auf ein freies Fleckchen. Das passt!

Hier ist es einsam, wir stören keinen und hoffentlich fühlt sich auch niemand durch uns gestört. Es fängt plötzlich an zu tröpfeln, also ab ins Trockne und dann geht es erst richtig los: Blitz, Donner, Regen, Hagel – die Welt geht unter! Also nix mit Duschen am Bus. Es ist schnell stockfinstre Nacht, aber nach einer Stunde ist alles vorbei. Nun muss morgen nur noch der Bus wieder auf die Straße kommen…