Wir verlassen die Finnmarken wieder durch das Museumsgebäude und machen uns auf zur MS Richard With. Über die Gangway betreten wir das Postschiff, desinfizieren unsere Hände und holen uns an der Rezeption die Bordkarten. Wir hätten auch ohne Karten an Bord gehen können, denn eine Kontrolle fand nur bei den Rundreise Passagieren statt. Als erstes suchen wir den Panorama Salon, denn das Wetter lädt nicht gerade zum Aufenthalt an Deck ein.

Erwartungsgemäß sind hier alle Plätze in Fensternähe belegt oder reserviert, so dass wir uns bei der Tanzfläche platzieren. Mit dem Auslaufen des Schiffes beginnt der Sturm auf freie Plätze. Leute die keine Plätze finden, setzen sich in die Fensterrahmen oder bleiben „in zweiter Reihe“ stehen.
Nachdem wir unsere Wegzehrung gegessen haben, erkundet Petra das Schiff. Eric beschäftigt sich mit dem Netbook, welches ich vorausschauend in meinen Rucksack gesteckt hatte. Ich schaue mir das Schauspiel im Panoramasalon an. In der ersten Sitzreihe, den Fensterplätzen, sitzen überwiegend Leute, die gar nicht herausschauen. Sie lesen Bücher, telefonieren oder schlafen. Dahinter sitzen die, die gern rausschauen möchten. Sie schwenken mit dem Oberkörper hin und her, recken sich gelegentlich, und schauen ab und zu auch nach hinten. In der dritten Reihe wird nur nach vorn geschaut. Allerdings nicht aus den Fenstern, sondern die Passagiere auf den vorderen Plätzen werden taxiert. Scheinbar jede Bewegung wird analysiert und mit dem Tischnachbarn beurteilt. Steht vorn jemand auf, wird rasch aufgesprungen um deren Plätze einzunehmen. Völlig überraschend ergreift jedoch jemand aus der zweiten Reihe die Gelegenheit den Fensterplatz zu bekommen. Also schnell in die zweite Reihe und weiter Ausschau halten. Die Reise nach Jerusalem.
Spannend sind auch die Augenblicke, in denen es draußen was Besonderes zu sehen gibt. Dann springen die in den ersten beiden Reihen auf und stellen sich direkt vor die Fenster. Für alle anderen gibt es in diesen Momenten nur Menschen von hinten zu sehen.